Erfolgsmodelle

Nichtoffener Kunstwettbewerb Museum für Naturkunde, Campushof, Berlin 2011
Entwurf/Konzeption für den öffentlichen Stadtraum 

Neugier und Erinnerung sind ideale Voraussetzungen für erfolgreiche Forschung. Erfahrung und Verlockung deuten zeit-räumliche Lesrichtungen des dreißig Meter langen Glasbogens entlang der lokalen physischen Passage im Campushof.

Aufgrund differenzierter naturwissenschaftlicher Untersuchungen an fossilen und rezenten Arten und deren Individuen unterliegt die Forschung selbst im Zuge der Verdichtung von Erkenntnissen einer endogenen Evolution. Die künstlerische Gestaltung zeigt ein ästhetisches Werk, kein Schaubild. Die Nähe zur traditionellen naturkundlichen Darstellung ist spürbar, deren inhaltliche Auflösung entzieht sich jedoch bei näherer Betrachtung. Die Bilder zeigen Beispiele rezenter Lebewesen mit alten Bauplänen, Schlüsselfiguren der Evolutionsgeschichte der Lebewesen, denen als Übergangs- oder Reliktformen (fälschlich ‚Lebende Fossilien‘ genannt) in der Evolutionsbiologie besondere Bedeutung zukommt und eine Vorstellung zeitlicher Dimensionen und biologischer Vielfalt zu vermitteln vermag.

Ein Seismogramm aus gewählten Begriffen verschiedener Ebenen der naturkundlichen Taxonomie und Systematik steht exemplarisch für die Komplexität der aktuellen und historischen Forschung. Stichpunktartig sind Termini der Systematik entnommen und reichen von der ferneren Einteilung der Lebewesen in ‚Fisch Vogl Thier und Wurmb‘ bis zu neueren Erkenntnissen etwa der Mikrospektroskopie und Genforschung oder Zusammenhängen der Biodiversität. In anderer Type stehen daneben Beispiele aus der Nomenklatur, mit der die Naturkunde als Forschungsgebiet sich selbst kategorisiert und zugleich definiert. ( Beispiel: Hufeisenkrebs)

Architekt Diener + Diener, Basel, Berlin
© VG BILD-KUNST Bonn

    error: Content is protected !!