Gläserne Bibliothek

Residenzplatz Salzburg 2016

Internatioaler offener Realisierungswettbewerb für ein Mahnmal zur historischen Bücherverbrennung 1938

Mit einer Bücherverbrennung werden nicht nur einzelne Autorinnen und Autoren geschädigt, sie stellt einen Akt der Vernichtung von Sprache dar, die als Verbalisierung unseres Denkens Basis jeder Kultur, jeder Gesellschaft ist. Bücherverbrennung ist damit eine Form von Denkverbot. Nicht die Vergangenheit schmerzt uns,  es ist die Gegenwart: Mahnen und Gedenken kann nur als persönliche Vergegenwärtigung sinnvoll sein. Die Ausführung widmet sich dem Begrifflichen, der Sprache selbst. Das aufgeschlagene gläserne Buch spiegelt sich unendlich wider und wird so zur Gläsernen Bibliothek. Im Untergrund ist diese unerreichbar, doch präsent.

Ein Raum aufgeschlagener gläserner Bücher, lässt sich beim Blick von oben nur erahnen. Der jeweilige Standpunkt der/des Betrachter*in entscheidet über den Blick durch die transparenten Buchseiten und in die weitläufige Bibliothek. Betrachter spiegeln sich selbst beim Hineinblicken durch das Buch hindurch am Boden des Kubus.

© VG BILD-KUNST Bonn für Helga Franz

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